Anleihen gehören zu den wichtigsten Anlageformen an den Kapitalmärkten.
Während Aktien oft mit Wachstum und stärkeren Schwankungen verbunden werden, gelten Anleihen eher als stabilerer Bestandteil einer Geldanlage.
Trotzdem bleibt vielen unklar, wie Anleihen tatsächlich funktionieren.
Die Grundidee einer Anleihe
Im Kern funktioniert eine Anleihe wie ein Kredit.
Allerdings nicht von einer Bank an eine Privatperson, sondern von Anlegern an:
-Staaten
-Unternehmen
-oder Banken
Wer eine Anleihe kauft, leiht dem Herausgeber für einen bestimmten Zeitraum Geld.
Im Gegenzug erhält der Anleger:
-regelmäßige Zinszahlungen
-und am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des investierten Kapitals
Ein einfaches Beispiel
Ein Unternehmen benötigt Geld für Investitionen.
Statt einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen, gibt das Unternehmen Anleihen aus.
Ein Anleger investiert beispielsweise:
-10.000 Euro
Die Bedingungen der Anleihe:
-Laufzeit: 5 Jahre
-Zinssatz: 3 % pro Jahr
Das bedeutet:
Der Anleger erhält jährlich:
-300 Euro Zinsen
Nach Ablauf der 5 Jahre werden zusätzlich die ursprünglich investierten 10.000 Euro zurückgezahlt – sofern der Herausgeber zahlungsfähig bleibt.
Warum geben Staaten und Unternehmen Anleihen aus?
Anleihen ermöglichen es Staaten und Unternehmen, sich Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen.
Damit werden zum Beispiel finanziert:
-Investitionen
-Infrastruktur
-neue Projekte
-oder laufende Ausgaben
Bekannte Beispiele sind:
-deutsche Staatsanleihen
-US-Staatsanleihen
-oder Unternehmensanleihen großer Konzerne
Warum investieren Menschen in Anleihen?
Anleihen gelten oft als defensiverer Bestandteil einer Geldanlage.
Viele Anleger schätzen:
-planbare Zinszahlungen
-geringere Schwankungen im Vergleich zu Aktien
-und eine stabilisierende Wirkung innerhalb eines Depots
Deshalb werden Anleihen häufig mit Aktien kombiniert.
Gerade in Fonds, Mischfonds oder Vermögensverwaltungen spielen sie eine wichtige Rolle.
Sind Anleihen sicher?
Viele Menschen verbinden Anleihen automatisch mit Sicherheit.
Ganz so pauschal lässt sich das allerdings nicht sagen.
Denn auch bei Anleihen gibt es deutliche Unterschiede:
-Wer ist der Herausgeber?
-Wie solide ist das Unternehmen oder der Staat?
-Wie lange läuft die Anleihe?
-Wie hoch ist das Risiko eines Zahlungsausfalls?
-Wie gut ist die Bonität des Herausgebers?
Grundsätzlich gilt:
Höhere Zinsen gehen meist auch mit höheren Risiken einher.
Warum schwanken auch Anleihen?
Auch Anleihen können im Wert schwanken.
Das hängt unter anderem mit dem allgemeinen Zinsniveau zusammen.
Steigen die Zinsen am Markt, verlieren ältere Anleihen mit niedrigeren Zinsen häufig an Wert.
Deshalb sind auch Anleihen keine festen Sparbücher, sondern echte Kapitalmarktanlagen.
Die Schwankungen fallen jedoch oft geringer aus als bei Aktien.
Welche Rolle spielen Anleihen in Fonds und ETFs?
Viele Fonds und ETFs investieren nicht nur in Aktien, sondern zusätzlich in Anleihen.
Dadurch wird das Risiko innerhalb der Geldanlage breiter verteilt.
Während Aktien eher für Wachstum stehen, sorgen Anleihen häufig für mehr Stabilität innerhalb eines Portfolios.
Wie stark Aktien und Anleihen gewichtet werden, hängt dabei unter anderem ab von:
-der Anlagestrategie
-dem Zeithorizont
-und der persönlichen Risikobereitschaft
Fazit
Anleihen sind ein wichtiger Bestandteil vieler Geldanlagen.
Sie funktionieren im Kern wie ein Kredit:
Anleger leihen Staaten oder Unternehmen Geld und erhalten dafür Zinsen.
Im Vergleich zu Aktien gelten Anleihen oft als stabilerer Bestandteil einer Geldanlage – ganz ohne Risiko sind sie jedoch ebenfalls nicht.
Gerade im Zusammenspiel mit Aktien helfen Anleihen vielen Anlegern dabei, Risiken innerhalb einer Geldanlage breiter zu verteilen.